17. Juli 2015

Psychische Belastung am Arbeitsplatz

Unsere Arbeitswelt wird immer komplexer, die Anforderungen und Ansprüche an Mitarbeiter und Führungskräfte steigen stetig. Stress oder Burnout als Folge von psychischen Belastungen sind in aller Munde. Neben dem persönlichen Schicksal belasten hierdurch ausgelöste Leistungsminderungen und Fehlzeiten auch die Unternehmen. Welche Maßnahmen ein Betrieb ergreifen kann, darüber sprach der Merkur mit Anna Borg, Diplom-Psychologin bei CBM.


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Beratung für Unternehmen

Aktuell ist das Thema psychische Belastungen in den Medien sehr präsent. Was genau verbirgt sich dahinter? 
Anna Borg: Wenn über psychische Belastungen gesprochen wird, denken die meisten Menschen sofort an „Stress“. Dies ist sicher ein Teil desThemas, aber bei genauerer Betrachtung wird deutlich, dass „Stress“ eine negative Folge von belastenden Arbeitsbedingungen ist. In der Norm DIN ISO 100 75 ist „psychische Belastung“ als „die Gesamtheit der erfassbaren Einflüsse, die von außen auf den Menschen zukommen und auf ihn psychisch einwirken“ klar definiert.

Woher rühren die psychischen Belastungen im Unternehmen?
Anna Borg: Diese Frage kann nur mit dem Blick auf das ganze Unternehmen mit all seinen Aspekten beantwortet werden. Also: Wie sind die Arbeitsbedingungen? Wie sind die Arbeitsplätze gestaltet? Sind die Abläufe transparent und alle Informationen verfügbar? Ist genug Zeit gegeben, um die Arbeit erfolgreich zu erledigen? Gibt es ein konstruktives Miteinander bei der Arbeit?

Warum müssen sich Unternehmen mit dem Thema „psychische Belastungen“ beschäftigen?
Anna Borg: Spätestens seit dem alarmierenden Anstieg der Ausfalltage durch psychische Erkrankungen und zahlreichen Medienberichten ist das Thema „psychische Belastung“ aus dem betrieblichen Umfeld nicht mehr wegzudenken. Seit 2013 ist der Arbeitgeber zudem gesetzlich verpflichtet, psychische Belastungen zu erfassen, zu beurteilen und in der Gefährdungsbeurteilung zu dokumentieren. Das Thema „psychische Belastung“ birgt aber auch eine große Chance für Unternehmen, ihre Prozesse und Arbeitsbedingungen neu zu betrachten. So können Potenziale für Unternehmen (Reduzierung von Krankheitstagen, Ausfällen und Unfällen) und Mitarbeiter (Arbeitszufriedenheit, Raum für Kreativität und Innovation) gehoben werde

Wie können Unternehmen dieses wichtige Thema angehen?
Anna Borg: Zunächst sollten sich die Unternehmen ein klares Bild über Ihre Ziele und Schwerpunkte machen. Die Erfahrung zeigt, dass hier noch sehr viele Unsicherheiten über Inhalte und mögliche Lösungen bestehen. Die ersten Schritte können meist aus eigener Kraft gegangen werden. Geht es aber um die Konkretisierung und präzise Erfassung, sollten Experten wie die CBM hinzugezogen werden. Wir beraten seit vielen Jahren Unternehmen der Metallindustrie, der Energiewirtschaft sowie industrielle Dienstleister und Institutionen aus dem öffentlichen Bereich bei der Erstellung von Gefährdungsbeurteilungen zu psychischen Belastungen. Unsere Arbeit umfasst hier die Sensibilisierung zum Themenfeld, die Erfassung und Beurteilung der psychischen Belastungen, die Dokumentation in der Gefährdungsbeurteilung sowie die Konzeption und Durchführung erforderlicher Maßnahmen.



Gefährdungsbeurteilungen
Gefahr erkannt – Gefahr gebannt. Dies gilt auch für den Bereich der Arbeitssicherheit. Im Arbeitsschutzgesetz ist deshalb geregelt, dass der Arbeitgeber Gefährdungsbeurteilungen zu erstellen hat, um zu überprüfen, ob und welche möglichen Gefahren durch den Einsatz von Maschinen und Stoffen oder durch die Arbeitsumgebung auftreten können und was man tun kann, um diese Gefahren weitestgehend zu reduzieren. Dabei geht es aber nicht nur um Unfallprävention, sondern auch um Gesundheitsvorsorge. Bei einfachen Maschinen oder Arbeitsvorgängen sind die meisten Unternehmen in der Lage, die Gefährdungsbeurteilung selbst durchzuführen. Wird die Materie jedoch komplexer, z.B. bei Gefahrstoffen, verketteten Maschinen oder in explosionsgefährdeten Bereichen, sind viele Firmen überfordert.

An diesem Punkt kommen die Arbeitssicherheitsexperten der CBM ins Spiel. Zusammen mit den Fachleuten der Unternehmen klären Bernd Jakobs, Fachkraft für Arbeitssicherheit, und seine Kollegen die Aufgabenstellung, sichten Dokumente und Unterlagen und sprechen mit den Mitarbeitern. Als Ergebnis erhält der Kunde ein praktikables Sicherheitswerkzeug, das eine Erfolgskontrolle ermöglicht und von den Berufsgenossenschaften und Aufsichtsbehörden anerkannt ist.

Fachkraft für Arbeitssicherheit
Die Ausbildung zur Fachkraft für Arbeitssicherheit dauert je nach Bildungsträger bis zu drei Jahre. Da die Ausbildung in kompakter Form durchgeführt wird, halten die Absolventen der CBM das begehrte Zertifikat schon nach neun Monaten in Händen. Die Berufsaussichten für Fachkräfte für Arbeitssicherheit sind hervorragend. Alle 18 Teilnehmer, die vor ihrer Ausbildung bei CBM arbeitssuchend waren und die Ausbildung erfolgreich absolvierten, haben im Anschluss eine Festanstellung als Fachkraft für Arbeitssicherheit oder in anderen Bereichen des Arbeitsund Gesundheitsschutzes gefunden. Eine Förderung der Ausbildung über Bildungsgutscheine der Arbeitsagenturen und Jobcenter ist möglich. CBM ist entsprechend zertifiziert.

Ein Alleinstellungsmerkmal von CBM ist, dass die in der letzten Ausbildungsstufe vermittelten Fachkenntnisse für Tätigkeiten im Bereich nahezu aller Berufsgenossenschaften und BG-Bereiche qualifizieren. Es verwundert deshalb nicht, dass das Unternehmen sich in den letzten 10 Jahren unter den freien Anbietern zum Marktführer in Südwestdeutschland entwickeln konnte. So haben allein in den letzten drei Jahren über 110 Fachkräfte für Arbeitssicherheit ihre Ausbildung bei CBM absolviert.

 Forschungsprojekt TIGER
 Eine verständliche und transparente Kommunikation mit Medien und Öffentlichkeit ist insbesondere bei neuen Technologien notwendig, um mögliche Unsicherheiten und Vorurteile aus Unkenntnis abzubauen oder im Idealfall gar nicht erst entstehen zu lassen. Das ist Thema des vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) geförderten Projektes TIGER (Tiefe Geothermie: Akzeptanz und Kommunikation einer innovativen Technologie), das die CBM im Verbund mit der RWTH Aachen durchführt. Ziel von TIGER ist es, die Akzeptanz und Wahrnehmung der Tiefen Geothermie in der Öffentlichkeit zu erforschen, um auf dieser Basis Handlungshinweise für die Akteure zu entwickeln. TIGER kommt zu dem Ergebnis, dass einerseits das Wissen in der Bevölkerung geschaffen werden muss, andererseits alle Akteure aktiv in eine transparente und kontinuierliche Öffentlichkeitsarbeit und Kommunikation einsteigen müssen. Auf Basis der wissenschaftlichen Ergebnisse wurde ein Kommunikationskonzept entwickelt, welches Betreiber und Institutionen bei dieser Aufgabe unterstützt. Info: www.tiger-geothermie.de

Mit Coaching zum Erfolg
Seit Jahren wächst der Coachingmarkt in Deutschland und in den übrigen westeuropäischen Ländern kontinuierlich. Die jährlichen Zuwachsraten liegen im zweistelligen Bereich.

Coaching hat in vielen Unternehmen die klassischen Führungsseminare ersetzt, da beim Coaching gezielt auf die individuelle Situation des Einzelnen eingegangen wird. Zunehmend setzen nicht nur Großunternehmen, sondern auch kleine und mittlere Unternehmen sowie der Öffentliche Dienst Coaching ein, um Fach- und Führungskräfte weiterzuentwickeln. Für Bernd Boczek, Geschäftsführer der CBM und zertifizierter Business Coach mit langjähriger Berufserfahrung als Personalleiter, ist Coaching ein „interaktiver, personenzentrierter Beratungs- und Begleitprozess auf gleicher Augenhöhe, der berufliche Inhalte umfasst.“

Im Vordergrund stehe die berufliche Rolle und die damit zusammenhängenden Anliegen des Klienten. Geht es im Business Coaching vor allem um Führungsverhalten, Kommunikation, Körpersprache, Umgang mit Veränderungen und Konflikten oder Zeitmanagement, wird beim Karriere Coaching an der beruflichen Neuorientierung, Weiterentwicklung oder Umorientierung gearbeitet. Als Basis hierfür werden zunächst die persönlichen Stärken und Fähigkeiten herausgearbeitet und hierauf aufbauend der gesamte Bewerbungsprozess bis zum Abschluss eines neuen Arbeitsvertrages optimiert. Ganz wichtig für ein erfolgreiches Coaching ist für Bernd Boczek, dass die „Chemie“ zwischen Coach und Klient stimmt.

Dazu gehören Vertrauen, gegenseitige Akzeptanz und absolute Diskretion. Nur so wird eine erfolgreiche Beratung auf der Prozessebene möglich, und der Klient ist offen für fachlich fundierte Anregungen des Coachs.

Daneben ist immer zu Beginn des Coachingprozesses eine klare Auftragsklärung erforderlich: Was ist das Ziel der gemeinsamen Arbeit?

Krankheitsbedingte Fehlzeiten reduzieren
Der Krankenstand in den Deutschen Unternehmen ist auch im letzten Jahr weiter angestiegen und lag 2014 bei den 11 Millionen Arbeitnehmern, die bei der AOK krankenversichert waren, bei 5,2 %. Für die Unternehmen führen erhöhte krankheitsbedingte Fehlzeiten zu hohen Kosten bei der Lohnfortzahlung. Darüber hinaus werden auch die betrieblichen Abläufe gestört, die Prozesssicherheit leidet und die Qualität der Produkte und Dienstleistungen wird beeinträchtigt. Mit ihrem praxiserprobten, bewährten Ansatz unterstützt CBM Unternehmen dabei, auf Basis einer gründlichen Analyse der betrieblichen Situation Maßnahmen zur Reduzierung der krankheitsbedingten Fehlzeiten zu entwickeln und umzusetzen. Diese Maßnahmen müssen zum Unternehmen passen und in der betrieblichen Praxis umsetzbar sein. Es geht nicht um plakative Einzelmaßnahmen sondern darum, alle betrieblich beeinflussbaren Faktoren im Blick zu haben.

Egal ob Handwerksbetrieb oder Großunternehmen, die Erfahrung hat gezeigt, dass bei Mitarbeitern, die sich mit ihrer Arbeit identifizieren und sich am Arbeitsplatz wohlfühlen, die krankheitsbedingten Fehlzeiten deutlich geringer sind. Für CBM Geschäftsführer Bernd Boczek ist es deshalb vor allem der mitarbeiterorientierte, kooperative Führungsstil, der neben einer professionellen Personalbeschaffung, zielgruppenspezifischer Gesundheitsförderung und der Gestaltung der Arbeitsbedingungen bereits kurz- und mittelfristig zu einer Reduzierung der krankheitsbedingten Fehlzeiten führt.

Mit der von CBM empfohlenen und bei den Kunden angewandten Vorgehensweise konnten die krankheitsbedingten Fehlzeiten in einem Unternehmen der Fahrzeugzulieferindustrie mit über 1.000 Mitarbeitern dauerhaft mehr als halbiert werden.

Arbeitssicherheit verbessern
Gerade in Unternehmen, in denen die Arbeitssicherheit einen hohen Stellenwert hat und die technischen Aspekte gut abgedeckt sind, spielen verhaltensorientierte Maßnahmen zur Verbesserung der Arbeitssicherheit eine immer wichtigere Rolle. Klares Verständnis ist hier, dass die technische Entwicklung nur dann nachhaltig funktioniert, wenn die Menschen im Unternehmen beteiligt und eingebunden werden. Auch aktuellen Trends wie der zunehmenden Digitalisierung der Arbeitswelt (Industrie 4.0) ist hier Rechnung zu tragen.

Bei der Sicherheitskulturanalyse wird der Frage nachgegangen, wie der Arbeits- und Gesundheitsschutz im Unternehmen gelebt wird, wie Vorgaben und Richtlinien im betrieblichen Alltag umgesetzt werden und ob eine Passung zwischen den Vorgaben und der Umsetzung besteht. Betrachtet wird die Arbeitssicherheitskultur als Teil der umfassenderen Unternehmenskultur. CBM hat mit der Sicherheitskulturanalyse ein Instrument entwickelt, mit dessen Hilfe die Ist-Situation bezogen auf die Arbeitssicherheitskultur des Unternehmens ermittelt wird.

Hierauf aufbauend können dann konkrete Maßnahmen von organisatorischen Veränderungen bis hin zu verhaltensorientiertem Training wie zum Beispiel „Beobachten und Besprechen“ unternehmensspezifisch konzipiert und von Dozenten und Trainern der CBM umgesetzt werden.

CBM: Auf einen Blick
Das Unternehmen CBM besitzt mehr als 15 Jahre Expertise im Arbeits-, Gesundheits- und Umweltschutz sowie in der Unternehmens- und Personalentwicklung. CBM bietet hier in Beratung und Weiterbildung ein sehr umfassendes Leistungsspektrum an. In „Erfolgreich in“ Teil 2 stellen wir Ihnen heute einige Angebote von CBM vor, die sowohl von Unternehmen unterschiedlicher Größe und Branche als auch von den Menschen in unserer Region aktuell stark nachgefragt werden.

Lesen Sie mehr
In Teil 3 von „Erfolgreich in“ im September berichtet ein „Arbeitsmarkt- Senior“ über seine Rückkehr ins Berufsleben dank der Ausbildung „Fachkraft für Arbeitssicherheit“ bei CBM.

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