Zweibrücken | 18. Mai 2017

Kripo klärt Überfallserie auf Pizzaboten auf

Hohe Haftstrafen drohen. Einer der mutmaßlichen Täter auf der Flucht.


Anzeige

(red) Die Kriminalpolizei hat die Reihe von Überfällen auf Pizzaboten von Joey's in Zweibrücken aus dem vergangenen Jahr aufgeklärt. Bei den ersten drei Taten am 26. Mai, 3. Juni und am 27. August jeweils in den späten Abendstunden wurden Pizzen bestellt und der Auslieferer jeweils durch zwei männliche maskierte Täter unter Vorhalt eines Revolvers oder Messers zur Herausgabe des Geldbeutels gezwungen. Bei der vierten Tat wurde der Pizzabote in unmittelbarer Nähe des Geschäftes am Abend des 10. Oktober durch zwei Täter abgepasst und zur Herausgabe des Geldbeutels genötigt.

Wie die Polizei schildert, war den Ermittlern des Kommissariats für Eigentumsdelikte der Kriminalinspektion Pirmasens aufgrund vorhandener Täterbeschreibungen klar, dass wohl verschiedene Täter die Überfälle begangen hatten. Allerdings führten die ersten Ermittlungen trotz vorhandener Täterbeschreibungen nicht zum Erfolg.

Daraufhin lobte die Staatsanwaltschaft Zweibrücken eine Belohnung in Höhe von 2000 Euro für Hinweise aus, die zur Ermittlung oder zur Ergreifung der Täter führen. Aufgrund neuer Hinweise wurden in enger Abstimmung mit der Staatsanwaltschaft mehrere kriminaltaktische Maßnahmen durch die Fahnder durchgeführt. Nach monatelanger Ermittlungsarbeit ergab sich gegen fünf Heranwachsende aus Zweibrücken ein Tatverdacht. In den frühen Morgenstunden des 10. Mai wurden die Wohnungen von vier Beschuldigten durchsucht, außerdem sollten drei bereits ergangene U-Haftbefehle vollstreckt werden.

Ein heute 21-jähriger Beschuldigter konnte bei der Aktion nicht angetroffen werden; er befindet sich seitdem auf der Flucht.

Bei den anschließenden Ermittlungen und Vernehmungen konnte der Tatverdacht gegen zwei Tatverdächtige widerlegt werden. Die beiden anderen Beschuldigten legten zu den von ihnen begangenen Überfällen umfassende Geständnisse ab. Ein bereits wegen anderer Delikte in der JVA Zweibrücken einsitzender Beschuldigter verbleibt weiterhin dort. Der Haftbefehl gegen einen ebenfalls heute 21-jährigen Zweibrücker wurde gegen Auflagen außer Vollzug gesetzt. Bei der Durchsuchungs- und Festnahmeaktion und den anschließenden Ermittlungen konnte ein weiterer Beschuldigter ermittelt werden. Gegen den zur Tatzeit einzigen Erwachsenen wurde durch das Amtsgericht Zweibrücken ein U-Haftbefehl wegen schwerer räuberischer Erpressung erlassen; nach ihm wird ebenfalls mit Hochdruck gefahndet.

Den Beschuldigten droht eine hohe Haftstrafe, da die Mindestandrohung für schwere räuberische Erpressung beziehungsweise schweren Raub eine Freiheitsstrafe von mindestens fünf Jahren vorsieht. Neben der Aufklärung der Raubserie ist es den Ermittlern des K 5 gelungen, weitere Straftaten beziehungsweise Tatbeteiligungen in Zweibrücken und Umgebung zu klären.