Zweibrücken | 21. April 2017 | Autor: Cordula Waldow

Auf zum traditionsreichen „Gaulsausen“

Zweibrücker Rennverein bereitet seit knapp einer Woche das Geläuf für den Renntag am kommenden Sonntag vor.


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Damit Reiter, Wetter und Zuschauer am Sonntag, 23. April, einen erinnernswerten Renntag erleben können, haben die Mitglieder des Pfälzischen Rennvereins Zweibrücken viel Zeit, Arbeit und Herzblut investiert. Ohne den 95-köpfigen Verein und das enorme Engagement der ehrenamtlichen Helfer wäre die Stadt der Rosen und Rosse um eine ihrer zugkräftigsten Attraktionen ärmer. Genauer gesagt, um zwei, denn zweimal im Jahr trifft sich die Region zum „Gaulsausen“ auf der Rennwiese.

Gleich nach den Osterfeiertagen begannen dort die Feinarbeiten. Zwischen zehn und 15 ehrenamtliche Helfer rückten mit Schaufeln und anderen Werkzeugen bewaffnet an, um das Geläuf der 1150 Meter langen Sandbahn zu kontrollieren, von den Hufen getretene Löcher zu schließen und den Boden zu ebnen, damit alle Starter die acht Rennen unbeschadet beenden können. Hier leistet der Traktor wertvolle Hilfe, der ohnehin mehrmals die Woche unterwegs ist, um die beliebte Trainingsbahn immer wieder in einen optimalen Zustand zu versetzen. Einen noch größeren Aufwand an Zeit und Muskelkraft erfordert die Instandhaltung des Rasengeläufs. „Wir haben bis zu zwölf Pferde im Rennen, das bedeutet einen Radius von zwölf Metern“, erklärt Vereins-Kassenwart Heinrich Schmahl. 20 Jahre lang führte der 80-jährige die Geschäfte des Vereins und zählt neben Kurt Casper, Richard Hudlet oder „Chefsekrtärin“ Maria Gaske zu den Urgesteinen. Da auch ein Jagdrennen ausgetragen wird, ist zudem die „Acht“ quer durch die Rennwiese, besonders vor und hinter den Hindernissen zu pflegen. Die gesamte Bahnlänge mit Richtstangen abstecken sowie die Hindernisse mit rot-weißen Fahnen ausflaggen, ist bei drei Stunden Zeitaufwand vergleichsweise eine geringe Mühe.

Die 1985 angelegte, neue Sandbahn brachte dem engagierten Verein einen großen Zulauf von Besitzertrainern aus der Saar- und Südwestpfalz. 20 von ihnen trainieren aktuell regelmäßig rund 30 Pferde. Mitte der 1990er Jahre investierte der Verein in Gebäude mit Räumen für die Rennleitung, die Waage, Umkleiden für Jockeys beiderlei Geschlechts, Lagerräume für die Rennaufbauten sowie Sanitäranlagen, die auch von den Kutschenfahrern, dem Pferdezuchtverein und anderen Veranstaltern auf der Rennwiese gemietet werden können. Hier stehen auch die großen Monitore, auf denen das Rennen rund um das Gelände übertragen wird. „Außerdem sind wir im Internet und in Wettbuden online“, berichtet Schmahl von der Anpassung an die moderne Zeit.

Vornehmlich Stammreiter satteln in Zweibrücken sowie zehn Nachwuchs-Jockeys im Junior-Cup des Verbands Südwestdeutscher Rennvereine. Mit Rücksicht auf die ZW-Aktiv im Juni, wurde der zweite Renntermin diesmal auf Juli verschoben. „Da sind schon Ferien“, so die Rennleitung, die schon gespannt auf die Resonanz ist.

Vor allem gelte es, rund 50 Helfer zu aktivieren. „Da kommen Angehörige, Freunde und befreundete Vereine und packen mit an“, zählt Heinrich Schmahl auf. Der Verein sei froh und dankbar, immer wieder auch ausreichend Sponsoren für die rund 50 000 Euro Preisgelder zu finden. Solange das funktioniert und genügend Helfer zupacken, hat die Tradition des Pferderennens in Zweibrücken Zukunft. Die Besucher wüssten das einzigartige Flair der Rennbahn mitten in der Stadt mit Blick auf die Festhalle und den Rosengarten sowie das benachbarte Landgestüt besonders zu schätzen. Pferderennen in Zweibrücken sei nach wie vor ein bedeutendes gesellschaftliches Ereignis.