Zweibrücken | 15. Mai 2017 | Autor: Volker Baumann,Gerrit Dauelsberg

Brand im Nardini-Klinikum

Flammen schlugen gestern gegen 11 Uhr aus einem Fenster. Der Großteil des Krankenhauses wurde evakuiert. Um 12.10 Uhr war das Feuer gelöscht, ernsthaft verletzt wurde niemand. Schaden: über 100 000 Euro.


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Gestern kurz nach elf Uhr dominierten in Zweibrücken minutenlang die Töne von Sirenen und Martinshörnern. Was war geschehen? Gegen 11.03 Uhr brach in der vierten Etage des Nardini Klinikums in Zweibrücken ein Feuer aus, das mit seiner Rauchentwicklung weithin zu sehen war. Am ZOB sprachen deshalb Passanten, denen der Qualm auffiel, eine vorbeifahrende Polizeistreife an, die sofort zum Krankenhaus fuhr, wo bereits eine Alarmierung der Rettungskräfte stattgefunden hatte. Im vierten Stock des Anbaus in Richtung Alexanderplatz schlugen offene Flammen aus einem Fenster – wie sich herausstellte glücklicherweise ein Abstellraum, wobei die Gefahr eines Ausbreitens des Feuers bestand.

Aufgrund der schnellen Reaktion des geschulten Krankenhauspersonals konnten, so Feuerwehrchef Frank Theisinger, schon vor dem Feuerwehreinsatz wichtige lebensrettende Maßnahmen bis hin zur Evakuierung der oberen Stockwerke getroffen werden. Die Feuerwehr hatte bereits um 11.25 Uhr das Feuer unter Kontrolle, so dass es sich nicht mehr ausbreiten konnte. Es war um 12.10 Uhr gelöscht.

Insgesamt 150 Feuerwehrleute aus der Stadt Zweibrücken, Hornbach, Contwig und Dellfeld sowie von der Flugplatzfeuerwehr mit 18 Fahrzeugen einschließlich zwei Hubrettern waren im Einsatz. Hinzu kamen noch rund 90 Kräfte der schnellen Einsatzgruppe aus Zweibrücken, Pirmasens, Kaiserslautern, Kaiserslautern-Land, der Südwestpfalz und dem Saarpfalz-Kreis. Vor Ort waren auch viele Hilfskräfte von DRK und ASB.

Laut Thomas Günther, stellvertretender Leiter der integrierten Leitstelle Landau, kamen zwölf Einsatzfahrzeuge aus der Südpfalz, zwölf aus Kaiserslautern und vier aus dem Saarland. Die Einsatzkräfte und die Mitarbeiter des Nardini-Klinikums brachten zunächst 78 direkt betroffene Patienten aus dem Gefahrenbereich, zum Teil ins Freie, aber auch mit Betten in den überdachten Zufahrtsbereich. Das Krankenhaus wurde in der Folge innerhalb kürzester Zeit weitestgehend geräumt. Es ist derzeit mit 235 Patienten belegt. Die Intensivstation war nicht betroffen. Ab 12.30 Uhr konnten die meisten Patienten Schritt für Schritt in ihre Zimmer zurückkehren, teilte Klinik-Sprecher Thomas Frank mit. Zwei Stationen waren dagegen bis gestern Abend noch nicht wieder belegt. Eine davon befindet sich direkt über dem Brandort. Sie soll heute wieder belegt werden, so Frank weiter. Wann die unmittelbar betroffene Station wieder in Betrieb gehen kann, sei noch offen. Die Patienten aus diesem Bereich wurden in anderen Teilen der Klinik untergebracht.

Wolfgang Käppler aus Zweibrücken war gerade auf Besuch bei seinem Vater, als plötzlich eine Krankenschwester erschien und ihn bat, möglichst zügig das Gebäude wegen eines Brandes zu verlassen. „Meine 88-jährige Mutter war noch dabei, aber die Evakuierungsaktion verlief in sehr geordneten Bahnen und ohne Probleme. Wir konnten das Krankenhaus ohne eigene Gefahr verlassen und um meinen Vater wurde sich gekümmert“, so seine Schilderung des Erlebnisses.

Die Brandursache wird von der Kripo untersucht und ist derzeit noch unklar. Der Sachschaden soll laut Polizei in jedem Fall über 100 000 Euro betragen. Die Patienten vor Ort wurden konstant versorgt. Neuaufnahmen finden derzeit nur in Ausnahmefällen statt, das OP-Programm ist ausgesetzt. Nach Auskunft von Frank soll der normale Klinikbetrieb aber heute Morgen wieder aufgenommen und das Krankenhaus wieder bei der Leitstelle angemeldet werden.

Bei dem Einsatz erlitten acht Personen vermutlich eine leichte Rauchvergiftung, eine akute Gefahr bestand nicht. Es handelt sich um sechs Mitarbeiter des Klinikums, eine Rettungskraft und einen Patienten.