Zweibrücken | 30. Dezember 2016 | Autor: Eric Kolling

Polizei verzeichnete 2016 so manch kuriosen Einsatz

Ein geblitzter Halsbandsittich, flüchtende Kühe, Bankräuberhasen und Taschenmonster – die Polizeistationen in der Region haben im abgelaufenen Jahr nach so manchen Einsatz Pressemeldungen wider den tierischen Ernst verfassen müssen. Wir haben eine Auswahl besonders schräger Einsätze zusammengestellt.


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Der 12. Mai 2016, punkt 9.59 Uhr, rückt Zweibrücken deutschlandweit in den Fokus – aus lustigem Anlass. Denn da flattert ein Halsbandsittich in der Tempo-30-Zone in der Römerstraße mit 43 Sachen durch die Radarfalle. Die Messanlage löst aus und produziert ein Bild, das auch überregionale Medien wie „Spiegel online“ veröffentlichen. Der Zweibrücker Polizeisprecher Jürgen Seel damals: „So etwas haben wir noch nie erlebt, das ist wie ein Sechser im Lotto. Die Kameras sind ja nicht so eingestellt, dass sie bei jedem Sperling auslösen!“ Wer das Bußgeld zahlen muss? Da waren die Beamten überfragt.

 

Känguru ausgebüxt

Kuriose Einsätze mit Tierbeteiligung verzeichnete die Polizei auch in der Verbandsgemeinde Otterbach-Otterberg. Dort hatte sich im November ein Känguru „unerlaubt von seiner Herde entfernt“, wie die Polizei berichtete. Ehe das Tier wenige Tage später von alleine zurückkehrte, war es zwischen Erlenbach und Otterbach noch in einen Unfall verwickelt. Es sprang abends an den Kotflügel eines vorbeifahrenden Autos und hüpfte davon. Der Besitzer der Herde hält die Kängurus zusammen mit Rentieren in einem Gehege. Er vermutet laut Polizei, dass das kleine Känguru aus Furcht vor den Huftieren abgehauen war.

 

Für hohen Unterhaltungswert sorgte zwischen Juli und August in Kaiserslautern auch die Kuh Johanna, die auf dem Weg zum Schlachthof ausgebüxt war. Sie wurde in der Folge immer wieder gesehen, dingfest machen konnte die Polizei sie aber nicht. Ein professioneller Tierfänger hatte die Suche erfolglos abgebrochen. Weil die Ausreißerin auch auf Bahngleisen gesehen wurde, fuhren Züge auf Sicht, der Bahnverkehr zwischen Kaiserslautern und Landstuhl wurde zeitweise unterbrochen. Schließlich endete Johanna‘ Katz-und-Maus-Spiel des Nachts in einem Firmengelände am Opelkreisel. Sie wurde nach Polizeiangaben erst zu ihrem Eigentümer gebracht und sollte dann zu einem Gnadenhof transportiert werden, wo sie ihren Lebensabend verbringen sollte. Eine Tierschutzorganisation hatte sich für die Unterbringung eingesetzt und zwischenzeitlich sogar eine „Fangprämie“ ausgesetzt.

 

Autos im Schneckentempo

Im gleichen Monat verzeichnete die Zweibrücker Polizei einen Einsatz, der nicht mit Tieren, wohl aber mit Monstern zu tun hatte. In der Hochphase des Handyspiels „Pokémon Go“ fuhren gleich 17 Autofahrer an einer bestimmten Stelle ohne triftigen Grund so langsam, dass der Verkehr fast zum Erliegen kam. In allen Autos waren neben den Fahrern Personen, die „Pokémon Go“ spielten, bei dem man in der wirklichen Welt virtuelle Monster einfangen muss.

 

Mit „Pokémon Go“-Spielern musste sich auch die Kaiserslauterer Polizei auseinandersetzen. Zunächst waren die Beamten gerufen worden, weil ein 19-Jähriger auf ein 17-jähriges Mädchen losgegangen und handgreiflich geworden war, weil dieses ihm keine Zigaretten aushändigte. Dann flüchtete der Täter, der Freund des Mädchens mischte auch noch mit. Doch vor allem Pokémon-Jäger traten auf den Plan, wie die Polizei berichtete. Diese seien in Scharen aufgetreten und unangenehm aufgefallen. Denn, so heißt es im Polizeibericht: „Sie waren so tief in ihre virtuelle Welt abgetaucht, dass sie von dem Gerangel, den aggressiven Störern und den polizeilichen Maßnahmen völlig unbeeindruckt blieben – sie liefen zwischen den Beteiligten und den Polizeibeamten herum und ‚beschwerten‘ sich sozusagen noch, dass sie ihrem Hobby nicht ungestört nachgehen konnten ...“

Da das Spiel erst seit Juli verfügbar ist, dürfte ein anderes skurriles Ereignis am 30. Mai in Zweibrücken nicht darauf zurückzuführen sein – obwohl es vom Ablauf her passen würde: Ein Fußgänger starrte laut Polizei so intensiv Richtung Boden auf sein Handy, dass er ein Auto nicht herannahen sah, das ihm prompt über den großen Zeh rollte. Verletzt habe sich der Fußgänger nicht.