Zweibrücken | 01. Februar 2017 | Autor: Eric Kolling

Grünes Licht für die S-Bahn

Mainzer Kabinett beschließt Ausbauvorhaben formell – Saarland bleibt vorsichtig


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Die Reaktivierung der Schienenstrecke Homburg-Zweibrücken hat gestern im rheinland-pfälzischen Kabinett eine wichtige formelle Hürde genommen: Der Ministerrat beschloss wie angekündigt auf Initiative von Verkehrsminister Volker Wissing (FDP) die Rahmenbedingungen für eine Beteiligung von Rheinland-Pfalz an der Maßnahme und deren Einbeziehung in die S-Bahn Rhein-Neckar (wir berichteten vorab). Auf einen Zeitraum von 20 Jahren gerechnet wird sich Rheinland-Pfalz voraussichtlich mit 34 Millionen Euro an den Kosten des Vorhabens beteiligen. „Seit vielen Jahren wird über die S-Bahn Homburg-Zweibücken gesprochen – die Landesregierung stellt jetzt die Weichen dafür, dass das Projekt in die Tat umgesetzt werden kann. Die S-Bahn-Verbindung ist eine wichtige Verbesserung der Infrastruktur und entscheidend für die Zukunftsfähigkeit der Region Zweibrücken. Die Reaktivierung bringt neue und attraktive Verbindungen nach Kaiserslautern und in den Rhein-Neckar-Raum“, sagte Wissing laut Mitteilung. Der Beschluss besagt, dass Mainz neben dem eigenen Anteil die Hälfte der Baukosten sowie zeitlich begrenzt der Betriebskosten des Saarlandes aufbringt. Grund ist laut Wissing, dass Rheinland-Pfalz einen höheren Nutzen von der Strecke hat, auch wenn diese größtenteils durchs Saarland führt.

Jetzt muss das Saar-Kabinett seinerseits über die Reaktivierung entscheiden. Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger (SPD) erklärte dazu gestern auf Merkur-Anfrage: „Was der rheinland-pfälzische Ministerrat heute beschlossen hat, war das Ergebnis des konstruktiven Treffens, das ich vor Weihnachten mit meinem Amtskollegen Wissing hatte.“ Jetzt bringe das Saarland das Verfahren in Gang, sprich: „Endfertigung unserer Ministerratsvorlage, Ressortabstimmung, Kabinettsbefassung“. Wieviel Zeit dafür gebraucht werde, lasse sich noch nicht genau sagen. Rehlinger: „Auf jeden Fall wird keine Zeit verloren. Entschieden wird dann über eine weitere Planungsphase. Durch sie wird klarer, um welche Beträge es bei der Investition genau geht und ob Kosten und Nutzen im richtigen Verhältnis zueinanderstehen. Das ist der Maßstab für eine Beteiligung des Bundes und damit für die Realisierung.“

Die Eisenbahnstrecke Homburg-Zweibrücken ist 11,2 Kilometer lang. Zu reaktivieren sind 7,5 Streckenkilometer im Abschnitt Homburg-Einöd. Vorgesehen ist, dass die Bahn 2021 den Betrieb aufnehmen kann.