Zweibrücken | 21. April 2017 | Autor: Cordula Waldow

Der „coole Daddy“ fasziniert die Festhalle

Musical überzeugt durch seine Farian-Hits. Die Handlung verwirrt eher.


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Noch bis auf die Straße und zu ihren Autos tanzten die begeisterten Besucher, die Klänge von „Daddy Cool“ und „Sunny“ in ihren Ohren. Zwei Stunden lang hatten sie sich in der ausverkauften Festhalle von den Welthits des gebürtigen Saarbrückers Frank Farian mitreißen lassen. Eingebunden in eine verworrene Liebesgeschichte, war 2006 das Musical „Daddy Cool“ zum 40. Geburtstag der Popgruppe Boney M. entstanden. Auch elf Jahre später sorgen Evergreens wie „Ma Baker“, „Rivers of Babylon“, Mary's Boychild“, „Brown Girl in the Ring“ oder „Rasputin“ noch für ein volles Haus und eine super Stimmung. Die Handlung kommt dabei eher langsam in Gang und wird vom Publikum erst im Laufe des Abends verstanden. Die bekannten Hits tragen so lange durch den anfangs bewusst undurchsichtigen Plot und münden in der zweiten Halbzeit in allerbester Partystimmung.

Die Geschichte von Liebe, Leid und Erfüllung spielt in London und handelt von dem talentierten Tänzer Sunny, der mit 15 Jahren mit seiner Mutter Pearl von Jamaika nach England zieht. Zehn Jahre später will er mit seiner „Sunny Crew“ den begehrten London Dance Contest gewinnen. Das ist allerdings gar nicht so einfach, da sind Konkurrenten, die ebenfalls um den Titel buhlen. Es gibt Irrungen und Wirrungen, wie gesagt, die Handlung ist etwas unübersichtlich. Aber sie wird getragen von den Gassenhauern.

Neben den Tophits von Boney M. baute Songschreiber Frank Farian auch andere Hits wie „One Way Ticket“ oder „I can't stand the Rain“ von Eruption in das Musical mit ein. Auch Stücke, die einst die Skandalband Milli Vanilli zum Besten gab und die aus Farians Feder stammten. Als Zugabe inszenierte das fast 20-köpfige Ensemble noch einmal die beiden tragenden Hits und animierte die gesamte Festhalle zum Tanzen.

Es war einfach super“, begeisterte sich die 69-jährige Zweibrückerin Gerda Bennett im Anschluss. Großes Lob kam auch von den Schwestern Janine (23) und Chantal (16) Frey. Sie fanden: Dieses Musical war „cool“ für jedes Alter, ob man Boney M. nun von früher kannte oder nicht.